Gefragt: der gute Energiemix

Die energetische Zukunft der Schweiz ist ungewiss. Umso wichtiger ist es, dass wir uns nicht in einseitige Abhängigkeiten manövrieren.

Wir müssen dem Energiehunger unserer Gesellschaft mit klugen Lösungen begegnen, die ein Höchstmass an Energieeffizienz gewährleisten und so umweltverträglich wie möglich sind. Dabei ist klar, dass wir ohne grobe Einschnitte in unseren Komfort gegenwärtig auf keinen unserer Energieträger verzichten können. Und ebenso klar ist, dass es die Patentlösung nicht gibt und jeder Energieträger sowohl Stärken ausspielen kann wie auch Schwächen aufweist. Alle unten aufgeführten Energieformen haben ihre Berechtigung. Damit wir die Wahl unter Ihnen behalten, gilt: Jedes Haus mit Kamin!

Folgende Energieformen werden zurzeit für das Heizen unserer Häuser verwendet:

Heizen mit Heizöl oder Erdgas
Diese Option ist nach wie vor unverzichtbar. Moderne Diese Option ist nach wie vor unverzichtbar. Moderne Heizölqualitäten sind heute sauber, Erdgas hinsichtlich der Emissionswerte sogar unschlagbar. Nachteil: der Ausstoss von CO2. Doch wer nüchtern rechnet, merkt: Wenn wir eine bestehende Anlage günstig sanieren (etwa durch den Ersatz des Heizkessels mit einem modernen Kondensationsmodell) und die gesparten Mehrkosten, die eine Umrüstung auf einen anderen Energieträger verursacht, in die Sanierung der Gebäudehülle stecken, dann ist der Umwelt unter dem Strich besser gedient.

Heizen mit Holz
Holz ist eine hervorragende Heizoption – sei es als Zusatzheizung im Wohnbereich, sei es als Vollheizung. Gerade im Minergiebereich schneidet Holz hervorragend ab – zum Beispiel in Kombination mit einer Solaranlage. Nachteil: der Feinstaub. Bei genauem Hinsehen reduziert sich dies auf ein Problem mit alten Anlagen. Moderne, korrekt betriebene Anlagen liegen hinsichtlich des Feinstaubs weit unter den gesetzlichen Grenzwerten und sind unproblematisch.

Wärmepumpe
Auch diese Option ist interessant: mit rund 1/3  bis 1/4 elektrischer Energie werden rund 2/3 bis 3/4 Umweltenergie verfügbar gemacht. Nachteil: Es ist unklar, wie sich der Strompreis auf dem Hintergrund der drohenden Stromlücke dereinst entwickeln wird. Und manche Wärmepumpe ist weniger effizient, als der Werbeprospekt verspricht.

Fernwärme
Diese moderne Option kommt in dichter bebauten Siedlungen zum Einsatz und ermöglicht bei guter Planung überzeugende und energieeffiziente Lösungen. Bei grossflächigen Siedlungen werden die Verteilverluste allerdings rasch einmal hoch, womit dezentrale Anlagen besser abschneiden. Und ein weiterer Nachteil: eine grosse Zahl von Abnehmern sind von einem einzigen Anbieter abhängig.

Unter all diesen Optionen müssen die Schweizer Hausbesitzer und Bauherren die Wahlfreiheit behalten. Was auch bedeutet, dass jedes Gebäude einen Kamin braucht!

Diese Energieformen eignen sich nicht oder nur bedingt als Heizung:

Solarenergie
Solarenergie ist eine hervorragende Option. Allerdings eignet sich in unseren Breitengraden eine Solaranlage nicht als alleinige Heizung. Solarenergie ist ideal, um das Brauchwasser zu erwärmen. Zusätzlich kann eine Solaranlage die Heizung unterstützen.

Elektroheizung
Diese Option ist heute auf keinen Fall mehr zu empfehlen. Strom erweist sich als zu hochwertige Energie, um für Heizzwecke verpufft zu werden. Daher sind Elektroheizungen in manchen Kantonen auch schlicht verboten.