
Zentral heisst oft: abhängig
Fernwärme ist im Prinzip eine hervorragende Option, grosse Gebäudebestände auf energieeffiziente Art zu beheizen. Allerdings sind dieser Option auch klare Grenzen gesetzt.

Der Wärmebedarf für das Heizen ist zeitlich auf den Winter beschränkt. Diese "Teilzeitanforderung" spricht im Prinzip für kleinere, dezentrale Modelle. Denn je grösser die Anlage, umso mehr fallen die Stillstandzeiten als Kostenfaktor ins Gewicht.
Stichwort Wärmeverlust
Fernwärme eignet sich vor allem für dicht besiedelte Gebiete mit vielen Abnehmern auf kleinem Raum. Sobald die Transportstrecken gross werden, sind einerseits Druckausgleichsprobleme zu bewältigen, andererseits drohen Wärmeverluste auf dem Transport.
Stichwort Abhängigkeit
Ein weiteres Fragezeichen an grosse Wärmeverbünde: eine grosse Zahl von Abnehmern ist von einem einzigen Anbieter abhängig. Damit ist weniger die Versorgungssicherheit ein Problem – die meisten Wärmeverbünde sind doppelt abgesichert – als vielmehr die Monopolsituation, die zum Beispiel ein Hindernis für die faire Preisgestaltung werden kann. In dieser Hinsicht sind dezentrale Lösungen weniger problematisch.

